Die Sache mit dem MHD und der Naturkosmetik

Die Sache mit dem MHD und der Naturkosmetik

 

Wenn du dir Pflegeprodukte genauer ansiehst, wirst du feststellen: Beim Kauf lässt sich meist nicht erkennen, wann ein Kosmetikprodukt tatsächlich produziert wurde oder wie lange es bereits im Regal steht. Auch bei der Haltbarkeit bleibt vieles unklar. Deshalb dient das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) lediglich als Orientierung. Ähnlich wie bei Lebensmitteln wird dieses Datum irgendwann festgelegt – und viele Menschen halten sich aus Unsicherheit strikt daran. Überschreitet ein Pflegeprodukt das angegebene MHD, gilt es für viele sofort als „abgelaufen“ und landet im Müll.

Dabei beginnt die eigentliche Bewährungsprobe für ein Pflegeprodukt erst nach dem Öffnen.

Sobald ein Produkt geöffnet wird, kommen Luft und Keime aus der Umgebung mit den Inhaltsstoffen in Kontakt. Besonders Produkte mit hohem Wasseranteil – etwa Make-up, viele Gesichtscremes oder Körperlotionen – sind anfällig für mikrobiellen Befall.

Um den Inhalt zu schützen und länger haltbar zu machen, werden solchen Produkten häufig Konservierungsstoffe zugesetzt. In der konventionellen Kosmetikindustrie kommen dabei meist chemische Konservierungsstoffe zum Einsatz. Diese dienen zwar der Haltbarkeit, bieten jedoch keinen Nutzen für die Haut und können sie in manchen Fällen sogar reizen.

 

Wie sieht das mit unseren Produkten aus?

Die Haltbarkeit unserer Pflegeprodukte hängt maßgeblich davon ab, wie sorgfältig du mit ihnen umgehst. Grundsätzlich gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen ungeöffneten und bereits geöffneten Produkten.

Ungeöffnet stehen unsere Produkte konventioneller Kosmetik in nichts nach. Solange sie versiegelt sind und richtig gelagert werden, bleiben sie stabil und lange haltbar.

Nach dem Öffnen ist die Haltbarkeit naturgemäß kürzer. Das liegt vor allem daran, dass wir bewusst keine synthetischen Konservierungsstoffe wie Parabene oder Formaldehyd einsetzen. Stattdessen setzen wir auf natürliche Inhaltsstoffe, die dazu beitragen, unsere Produkte frisch und stabil zu halten. Dazu gehören unter anderem ätherische Öle sowie eine hohe Konzentration an Antioxidantien, die den Inhalt schützen und unerwünschtem Bakterienwachstum entgegenwirken können.

Ein besonders wichtiger Bestandteil ist Tocopherol – eine natürliche Form von Vitamin E. Dieser Inhaltsstoff erfüllt gleich zwei Aufgaben: Er schützt deine Haut vor freien Radikalen und trägt gleichzeitig dazu bei, die Haltbarkeit unserer Produkte zu unterstützen.

In der natürlichen Hautpflege ist Tocopherol weit verbreitet. Gewonnen wird es unter anderem aus grünem Blattgemüse und Sojabohnen.

Woran erkennst du, ob ein Produkt noch verwendbar ist?

Wenn du unsicher bist, ob du ein Produkt noch verwenden kannst, helfen dir einige einfache Hinweise bei der Einschätzung:

1. Geruch

Riecht ein Produkt ranzig oder muffig, ist das meist ein deutliches Zeichen dafür, dass es nicht mehr gut ist. Allerdings haben manche natürliche Rohstoffe von Natur aus einen etwas intensiveren Eigengeruch. Dazu gehören beispielsweise Olivenöl, Traubenkernöl oder Sheabutter – wie sie auch in unserer Sahneschnitte enthalten sind. Diese können pur etwas kräftiger riechen und werden deshalb manchmal fälschlicherweise mit ranzigen oder verdorbenen Ölen verwechselt.

2. Konsistenz

Verändert sich die Konsistenz eines flüssigen oder cremigen Produkts oder setzen sich Bestandteile ab, kann das ein Hinweis auf eine Veränderung sein. Häufig trennen sich dabei Farbpigmente von Ölen und pflegenden Inhaltsstoffen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Produkt abgelaufen ist. Schüttle oder rühre das Produkt vorsichtig – oft verbinden sich die Inhaltsstoffe wieder miteinander.

3. Farbveränderung

Unsere Produkte wie die Sahneschnitte oder der Alleskönner haben von Natur aus eine leicht gelbliche Farbe. Diese entsteht durch die Verwendung reiner pflanzlicher Öle.

Bei vielen industriell hergestellten Cremes und Salben ist die Ausgangsfarbe dagegen meist weiß. Verändert sich diese im Laufe der Zeit deutlich – zum Beispiel wenn die Creme gelblich wird – kann das ein Hinweis darauf sein, dass das Produkt nicht mehr frisch ist.

So vermeidest du, unaufgebrauchte Produkte wegzuwerfen

1. Setze auf wenige Produkte gleichzeitig

Wer nachhaltig leben möchte, sollte darauf achten, nicht zu viele Pflegeprodukte parallel zu verwenden. Werden mehrere Produkte gleichzeitig getestet oder benutzt, kann das nicht nur die Haut irritieren, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Produkte nicht rechtzeitig aufgebraucht werden, bevor sie ihr Haltbarkeitsdatum erreichen. Weniger Produkte sorgen oft für mehr Übersicht – und für eine einfachere Pflegeroutine.

2. Behalte das Ablaufdatum im Blick

Eine einfache Möglichkeit, den Überblick zu behalten: Notiere oder markiere dir das Mindesthaltbarkeitsdatum sichtbar auf dem Produkt. So erkennst du schnell, welche Produkte du bevorzugt verwenden solltest.

Auf unseren Produkten findest du das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) direkt auf der Verpackung. Dieses Datum wird unmittelbar nach der Herstellung berechnet. Entscheidend für die tatsächliche Haltbarkeit ist jedoch meist der Zeitpunkt, an dem das Produkt geöffnet wird. Unsere Naturkosmetik ist in der Regel 9 bis 12 Monate nach dem Öffnen haltbar.

Viele Verpackungen zeigen zusätzlich ein geöffnetes Tiegel-Symbol mit einer Zahl. Dieses sogenannte PAO-Symbol(„Period After Opening“) gibt an, wie lange ein Produkt nach dem Öffnen verwendet werden kann.

Wenn du ein neues Produkt öffnest, kannst du dir so leicht ausrechnen, wie lange du es ungefähr verwenden kannst.

Bevor du ein Produkt entsorgst, lohnt sich dennoch ein kurzer Check: Rieche daran und achte auf Konsistenz und Farbe. Häufig sind Produkte noch länger verwendbar, als das angegebene Datum vermuten lässt.

 

Unsere Tipps für eine längere Haltbarkeit deiner Kosmetik

Vielleicht fragst du dich, warum Kosmetik überhaupt schlecht wird. Dafür hilft ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Unsere Pflegeprodukte bestehen aus einer Kombination aus pflanzlichen Ölen, Wasser und natürlichen Pflanzenextrakten. In gewisser Weise lässt sich Naturkosmetik daher mit Lebensmitteln vergleichen.

Feuchtigkeit kann ein idealer Nährboden für Bakterien und Mikroorganismen sein, Öle können mit der Zeit ranzig werden, und manche Produkte trocknen langsam aus. Deshalb hält Naturkosmetik nicht unbegrenzt und sollte möglichst innerhalb eines angemessenen Zeitraums aufgebraucht werden.

Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du jedoch dazu beitragen, die Haltbarkeit deiner Produkte zu verlängern:

1. Hygiene

Bei der Anwendung kommen deine Hände direkt mit dem Produkt in Kontakt. Dadurch können Bakterien in die Kosmetik gelangen. Besonders bei Tiegeln passiert das schnell, wenn du mit den Fingern in die Creme greifst.

Besser ist es, das Produkt mit einem Spatel oder einem sauberen Hilfsmittel zu entnehmen. Reinige diesen nach jeder Verwendung, um die Produkte möglichst hygienisch zu halten.

2. Richtige Aufbewahrung

Lagere deine Pflegeprodukte möglichst kühl, trocken und vor direktem Licht geschützt. Zu warme, feuchte oder sehr helle Orte können die Haltbarkeit verkürzen.

Bewahre deine Produkte am besten in einem Schrank oder in einer Kosmetiktasche auf. Besonders im Badezimmer sollten sie nicht dauerhaft offen stehen, da Wasserdampf die Qualität beeinflussen kann. Im Sommer kann es außerdem sinnvoll sein, Produkte in einen etwas kühleren Raum zu stellen.

3. Gut Verschließen

Achte darauf, Tuben und Tiegel nach jeder Anwendung wieder vollständig zu verschließen. Offene Verpackungen erleichtern es Luft, Feuchtigkeit und Bakterien, in das Produkt zu gelangen.

Wenn du diese Tipps berücksichtigst, kannst du oft lange Freude an deinen Pflegeprodukten haben – in vielen Fällen sogar über das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus, solange Geruch, Farbe und Konsistenz unverändert bleiben.